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Fritillaria


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Kaum zu glauben, wie vielfältig die Fritillarien sind... Der Maikäfer möchte wohl beweisen, dass manche Fritillarien bis in den Frühsommer hinein blühen!

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Fritillaria persica aus der Türkei und dem Iran wurde in den letzten Jahren als Gartenpflanze immer beliebter. Kein Wunder, denn dunkle Blüten liegen voll im Trend und die persische Kaiserkrone ist ein stattlicher Blickfang.
An diesem düsteren April- Tag, schein der wolkige Himmel die fremdartige Ausstrahlung von Fritillaria persica geradezu zu unterstützen. Daneben sieht man eine Fritillaria uva vulpis deren braune Blüten einen gelben Rand haben. Auch im Hintergrund ist diese Art mehrfach zu sehen.
Fritillaria persica alba ist die seltene weiße Form der persischen Kaiserkrone. Mit ihren grünlichen Blüten wirkt sie mindestens ebenso besonders wie die normale Art.
Fritillaria uva- vulpis wird oft mit F. assyrica verwechselt und auch unter diesem Namen angeboten. Im Garten gedeiht die ursprünglich aus der Türkei stammende Art herrausragend gut und hat sich bei mir schon fleißig vermehrt. Auf dem Foto sind drei Blüten an einem Stängel zu sehen. Normal wären eine oder zwei.

Hier wird eine gut eingewachsene Gruppe von Fritillaria uva vulpis durch das Blau der Traubenhyazinthen besonders wirksam hervor gehoben. 

Äußerst selten ist diese gelblichgrüne Form der Fritillaria uva vulpis. Sie hat eine etwas bessere Fernwirkung als ihre braunen Schwestern.

Fritillaria camschatcensis wird in ihrer Heimat Alaska, auch Eskimo- Kartoffel genannt, weil ihre Zwiebeln dort von den Ureinwohnern gekocht und verzehrt werden. Doch das Verbreitungsgebiet dieser Art geht weit über Alaska hinaus, so findet man sie etwa auch in Japan, Kanada und den nördlichen USA, Für eine Fritillarie ist ein solch großes Verbreitungsgebiet eher ungewöhnlich.

Meistens bildet Fritillaria camschatcensis mehrere Blüten aus, doch auch eine Einzelne ist schon ein Blickfang. Die blassgelbe Aquilegia canadensis var. flaviflora "Corbett" erweist sich als guter Blühpartner für sie, nicht nur weil auch sie in Nordamerika wild vorkommt... 

Die erste große Überraschung für die Gartensaison 2010 hat mir eindeutig Fritillaria raddeana geliefert! Diese hübsche Species ist ganz nahe mit der Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) verwandt und eigntlich auch eine ebenso stattliche Erscheinung wie diese,.. Eigentlich!... Ich hatte nämlich im Herbst die Idee, eine der neu erworbenen Zwiebeln von F. raddeana nicht im Garten auszupflanzen, sondern in einem Topf im kalten Kasten zu kultivieren. Da ahnte ich noch nicht, das die Topfkultur zu Zwergenwuchs führen würde... Gerade einmal vierzehn Zentimeter hoch, erblühte sie mit acht wunderhübschen Blüten. Im Garten würde sie einen Meter hoch werden!
Einer dicken Hummelkönigin auf der Suche nach Nahrung, kommt Fritillaria raddeana sehr gelegen. Wie bei der Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) befinden sich nämlich auch bei ihr, in den Blüten sechs glänzende Nektartropfen- eine sehr energiereiche Kost!

Hier ist Fritillaria raddeana nun aber in ihrem arttypischen Wuchs zu sehen. Zielstrebig wächst sie im Rostgarten hinter einer alten Püreepresse in die Höhe und öffnet eine erste Blütenglocke. Silvio stützt sich derweil lässig an der alten Gießkanne ab und macht einen etwas zerstreuten Eindruck. Ob ihm der eigenartige Kaiserkronengeruch wohl zu Kopf gestiegen ist?

Besonders ästhetisch finde ich an Fritillaria raddeana auch, dass der Blattschopf über den Blütenständen aus zierlicheren Blättern zusammengesetzt ist, als bei den üblichen Kaiserkronenformen.

Kaum blühen die ersten Fritillarien, sind auch schon die Lilienhähnchen zur Stelle. Diese hübschen roten Käfer und ihre Larven, können leider erhebliche Fraßschäden verursachen und erscheinen in manchen Jahren besonders zahlreich :-( 

Die beiden Fritillaria raddeana rechts im Bild, haben den Überblick im Rostgarten...
Fritillaria acmopetala aus Klein- Asien gehört zu den einfachsten Fritillarien im Garten. Sie vermehrt sich im Natursteingarten rasch durch Brutzwiebeln und zeigt im Frühling verlässlich ihre schwungvoll geformten, einzelnen Glockenblüten.
Fritillaria pyrenaica ist eine der schönsten europäischen Arten und erstaunlich wüchsig. Sie möchte es im Sommer etwas frischer haben und nie ganz austrocknen. An einem halbschattigen Platz im Steingarten wächst sie ausgesprochen willig und blüht traumhaft schön, im Frühsommer.
Fritillaria pyrenaica bildet mit den Jahren schöne üppige Gruppen.


Fritillaria montana stammt ursprünglich aus Bulgarien, kommt aber auch in den angrenzenden Ländern zerstreut vor. Im Garten zählt sie für mich zu den sbolut einfachsten Arten und gibt sich mit vielerlei Bedingungen zufrieden, so lange der Standort nur sonnig ist und der Boden durchlässig. Manchmal kann sie drei oder vier Blüten an einem Stengel bilden.

Fritillaria stenandthera stammt aus Ostasien. Zwar gilt sie als winterhart, aber mein Versuchskaninchen ist dennoch im zweiten Jahr nicht mehr gekommen.  Das kann aber auch daran liegen, dass ihr der hiesige Sommer einfach zu nass ist. Sie scheint wohl trockene Sommer zu bevorzugen. Besser ist die Überwinterung im Kalten Kasten, Kalthaus oder Alpinum. Ich werde es auf jeden Fall noch einmal versuchen, denn sie ist einfach wunderschön und so gar nicht "fritillarialike".
 
Verschiedene Kaiserkronen (Fritillaria imperialis) verleihen diesem Gartenteil Anfang Mai das gewisse Etwas... Natürlich ist Gina daran auch nicht unbeteiligt...  :-)
Fritillaria imperialis ist die bekannteste Art der Gattung. Sie kam schon vor 400 Jahren nach Wien und hat eine erstaunliche Karriere als Gartenpflanze hinter sich. Heute sind viele alte Sorten leider verschollen.

Fritillaria imperialis "Lutea", ist die gelbe Form der Kaiserkrone. Sie ist etwas weniger wüchsig als die Art, aber dennoch eine dankbare und langlebige Gartenpflanze.

Eine Honigbiene hat Fritillaria imperialis "Lutea" ins Visier genommen...

... und setzt zur landung an, um sich an den süßen Naktartropfen im Inneren der Blütenglocken zu laben.

Fritillaria meleagris alba ist die weiße Form der heimischen Schachbrettblume. Diese hier ist allerdings nicht reinweiß, sondern sanft gerötet. Es gibt Fritillaria meleagris in vielen verschiedenen Zwischentönen, die sich  allesamt vegeatativ vermehren lassen.

Hier nun aber die ganz reine Form, ohne rötliche Farbpigmente... Die werden in diesem Fall von Helleborus orientalis beigesteuert...

Für frische bis feuchte Blumenwiesen im Garten, ist Fritillaria meleagris erstaunlich gut geegnet, wenn man sie bis zur ersten Mahd aussamen lässt.

An Schmetterlingsschuppen erinnert die Zeichnung der Fritillaria meleagris.

und hier gleich nochmal....
Fritillaria pallidiflora aus Asien, gehört zu den stattlichsten, aber auch einfachsten Arten. Etwas später als die meisten anderen, stellt sie ihre großen gelblichen Glockenblüten zur Schau, die durch Punkte und Saftmale sanft  verziert sind. Die noch geschlossenen Blüten der Tulipa clusiana passen erstaunlich gut zu ihr.

Die helle Blütenfarbe der Fritillaria pallidiflora, sorgt dafür, dass Bestäuber, wie diese Hummel, sich kontrastreich abheben. Links eine Aquilegia "Spring Magic".

Kurz nach dem Aufblühen ist die grüne Äderung der Fritillaria pallidiflora noch besonders deutlich ausgeprägt, während sie später immer mehr verblasst. 

Fritillaria thunbergii var. verticillata tanzt ziemlich aus der Reihe, denn sie kann klettern! Mit Hilfe ihrer Blattspitzen windet sie sich um Gräser und Gestrüpp um Halt zu finden. Sie ist ausgesprochen reichblühend und vermehrt sich an halbschattigen Standorten rasch. 
F. thunbergii verticillata liebt den Halbschatten unter Gehölzen. Wenn die Morgensonne ihre ersten Strahlen durch das Blätterdach herab schickt, leuchten ihre Blüten goldig aus dem Schatten hervor. Ich pflanze die kletternde Schachbrettblume nie einzeln, sondern immer in kleinen Gruppen. So wirkt sie am prächtigsten.

Fritillaria purdyi aus Kalifornien, gehört zu den wenigen amerikanischen Arten die etwas leichter in der Kultur sind. Ihre meist einzelnen Blüten sind wunderschön gezeichnet. Im Sommer die Zwiebeln unbedingt vor zu viel Nässe schützen!

Fritillaria purdyi dieses mal in der Vorderansicht. Verglichen mit anderen Fritillarien sind die Blüten bei dieser Art sehr offen und man erkennt leicht die Verwandtschaft mit den Liliengewächsen. (Aufteilung in Drei und Sechs)
Fritillaria michailovskyi stammt aus der Türkei, wo sie beispielsweise am Van- See zu finden ist. Sie ist mittlerweile auf der ganzen Welt als Gartenpflanze geschätzt, weil sie sich einfach vermehren lässt. Im Garten sagt ihr ein ungestörtes Plätzchen im Steingarten bestens zu.
Hier stellt sich ein kriechender Blüh- Trieb der Clematis "Pixie", als reizvolle Untermalung für Fritillaria michailovskyi zur Verfügung.
 
Fritillaria graeca thessala ist auch unter dem Namen Fritillaria ionica bekannt und stammt aus dem nördlichen Griechenland und dem südlichen Bulgarien. Sie gehört zu den einfachen Arten, die sich bei ausreichender Drainage gut im Garten einleben. 
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Wilde Fritillarien in der Natur 
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Fritillaria meleagris, die Schachbrettblume ist die einzige in Mitteleuropa heimische Art und hat sich an das Leben in der Feuchtwiese angepasst. Die größten Bestände findet man heute noch in Frankreich, Deutschland, Groß Britannien und der Schweiz. 
Auch die weiße Form auf dem Foto, ist an den Naturstandorten regelmäßig anzutreffen.
Von den Engländern wird die Schachbrettblume als snake´s head fritillary bezeichnet und tatsächlich braucht die Musterung ihrer Blüten den Vergleich mit einer Schlangenhaut nicht zu scheuen. In England findet man übrigens auch die meisten Liebhaber der Gattung Fritillaria! :-)
 Fritillaria melagris liebt die Gesellschaft von Gräsern...

     
Gartenlesebuch: Hören was der Garten sagt 
 
  
Mehr über die Gattung Fritillaria, gibt es auch in meinem Buch! :-)

Bei Fragen zum Thema Fritillarien bitte eine Mail an folgende Adresse schreiben:  s_amberg@gmx.at  
 
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